Vita Juergen Groezinger

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Photo: Christian Oita

 

Jürgen Groezinger wurde in Ulm geboren. Schon sehr früh begeisterte er sich leidenschaftlich für Musik in ihren unterschiedlichsten Formen.


In seiner Jugend erzielte er zwei Bundespreise beim Wettbewerb  "Jugend Musiziert, worauf Einladungen zu verschiedenen Ensembles und Orchestern folgten.

In München und Stuttgart studierte er Musik mit Hauptfach Klassisches Schlagzeug. In Hamburg Kulturmanagement.

Prägend war nicht zuletzt seine langjährige Rolle als Solopauker in einem internationalen Orchester der Jeunesses Musicales sowie daran anschließend in gleicher Funktion im "Orchestra Internazionale d´Italia", wo er das klassisch-romantische Repertoire von Oper und Konzert auf höchstem internationalen Niveau kennen lernte.

 

 

Schon früh initiierte er innovative Projekte und gründete eigene Ensembles, die allesamt eine Durchdringung der Grenzen zwischen komponierter Musik und  Improvisation, zwischen klassischer Stilistik und Pop-Ästhetik zum Ziel hatten. Auch die Überwindung klassischer Konzertsaalrezeption war ihm von schon seit seiner Jugendprojekte ein Anliegen. Schon damals suchte er "neue Räume" für Aufführungen, organisierte Konzerte in Kunstgalerien und  Ateliers.

Jürgen Grözinger ist  künstlerischer Leiter eines Festivals für zeitgenössische Musik im von dem New Yorker Architekten Richard Meier gebauten Stadthaus Ulm: "neue musik im stadthaus ulm"

Die einzelnen Ausgaben des  Festivals „neue musik im stadthaus ulm“ tragen Titel wie  "BEAUTYbroken", „Eros“, „SakralProfan“, „OrientOccident“ oder "The American Way".

1996 gründete er  das Ensemble  "European Music Project" (EMP), dessen künstlerischer Leiter er bis heute ist.

Sowohl mit seiner Musik als auch den Konzertkonzeptionen möchte er Räume kreieren, in denen sich intellektuelle Reflektion und Emotion nicht ausschließen.
In den letzten Jahren beschäftigte er sich mit verstärkt mit der Heilkraft von Musik, insbesondere von der seiner Instrumente (Klangbäder mit Gongs, Meditationen)  und  Musik im Kontext experimentellen sozialen Situationen.

Seine Programme spiegeln seine ständige Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen sowie politischen Fragestellungen und Wertesystemen seiner Umgebung. Das Fundament und die Wurzeln seiner Arbeit sieht er in der europäischen Kultur und ihrer heutigen Einbettung in eine globale Welt.

Als Komponist ist Grözinger Autodidakt. Er komponierte für Film, Theater und vor allem für seine eigenen Formationen. Zuletzt schrieb er mehrere Werke für Chöre und Orchester sowie eine Ballettmusik:

HÖHER! für Chor, Orchester, Schlagzeugensembles und Kirchenglocken (2015)
Nacht und Morgen, für 2 Chöre, Orchester, Percussionensemble und Orgel (2017)
Acqua, Ballettmusik für Solopercussion, Violine, Live-Elektronik und Playbacks (2017

Seit seinem Umzug nach Berlin machte er sich auch als DJ einen Namen.

So spielte er in renommierten Berliner Clubs wie „Berghain“, „Cookies“, Week1End“, „Bar TAUSEND“ oder dem Watergate, war  DJ des Projekts „Yellow Lounge“, der "Rbb-Klassiklounge",  der "Rundfunkchorlounge", der "Classical Beats" der "Dresdner Musikfestspiele" (2018) und anderen ungewöhnlichen Konzepten. Er entwickelte Modelle für die „Komische Oper, Berlin“, die „Kasseler Musiktage“ oder die „Württembergische Philharmonie Reutlingen“, wo er im Zusammenspiel mit Orchester die „Philharmonic Nights“ gestaltete.

Seit 2016 ist er Radio-DJ für den WDR und kreiert regelmäßig den WDR3 - Klassik-Klub.

Seine unterschiedlichen Projekte führten ihn durch die ganze Welt. Seit 2000 lebt er in Berlin.